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Jahresarchiv 2020

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Braucht man überhaupt noch Übersetzer?

Maschinelle Übersetzungen gehören in die Hände von Experten.

Obwohl die Übersetzungsdienste im Internet deutlich besser geworden sind, werden sie wohl nie das Qualitätsniveau der Humanübersetzer erreichen. Sobald die Geheimhaltung eine Rolle spielt, muss zwischen kostenfreien und allgemein verfügbaren Diensten und kostenpflichtigen Diensten unterschieden werden. Die Datenbank Linguee.com war der Grundstock für DeepL.com. Dort habe ich schon oft genug Ausschnitte aus Verträgen – auch Arbeitsverträgen – mit Klarnamen und der Angabe der Anwaltskanzlei gefunden.

Außerdem fallen diese Dienste immer wieder durch gewisse Mängel auf, die sich Humanübersetzer nicht leisten können: Bei schwierigen Textpassagen brechen sie einfach den Satz ab, lassen komplizierte Fachbegriffe weg oder übersetzen unerschrocken das Gegenteil von dem, was gemeint war. Fehler in den Ausgangstexten werden unkorrigiert in den Zieltext übernommen.

Humanübersetzer sind Experten, die mit solchen Tools umzugehen wissen.

Weitere Einzelheiten zur Technik finden Sie auch auf der Seite Ressourcen und Tools beim Übersetzen.

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Was ist Leichte Sprache?

Oft gehört und doch falsch interpretiert …

Leichte Sprache und Einfache Sprache sind zwei Sprachvarietäten, die den Gegenpol zur „schweren“ deutschen Standardsprache bilden.

Anders als die Bezeichnung „Leichte Sprache“ vermuten lässt, ist Leichte Sprache eine stark reglementierte Varietät der deutschen Standardsprache. Viele Menschen kennen inzwischen die Begriffe „Einfache Sprache“ und „Leichte Sprache“, allerdings sind die Begriffe offensichtlich irreführend. Denn die meisten – interessierten, aber nicht geschulten – Ansprechpartner können diese Begriffe aus dem Stand erklären, wobei sie in der Regel jedoch falsch liegen. Bei Leichter Sprache geht es keinesfalls um die Vereinfachung von unnötig komplizierten Texten der deutschen Standardsprache.

Die maximale volumenbasierte Kapazität subterraner Agrarproduktivität steht empirisch ermittelt im reziproken Verhältnis zu der a.a.O. referenzierten kognitiven Performance-Kapazität ihrer Producer.

Einfach ausgedrückt: Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln.

Texte der deutschen Schriftsprache zeichnen sich häufig durch den Nominalstil, sehr komplexe und lange Schachtelsätze, unnötige Fremdwörter und lange Wortgruppen aus. Dadurch sind sie schlichtweg schwer zu durchdringen, doch zum Glück kommen derartige Texte allmählich aus der Mode.

Woran erkennt man Leichte Sprache?

  • Eine Aussage pro Satz,
  • pro Satz eine Zeile,
  • einfache Syntax,
  • keine Nebensätze,
  • Pronomen der dritten Person Singular und Plural werden vermieden,
  • keine Passivkonstruktionen,
  • keine Genitivkonstruktionen mit „des“ oder „der“,
  • Fremdwörter werden ersetzt,
  • lange Wörter werden durch den Bindestrich oder Medio·punkt gegliedert.

Dies ist nur eine kurze Auswahl von Merkmalen der Leichten Sprache.

Auf Internetseiten sieht man auch häufig ein blaues oder graues Symbol: Ein Kugelkopf mit einem aufgeschlagenen Buch und einer Hand mit hochgestrecktem Daumen. Dieses Symbol wurde von Inclusion Europe entwickelt. Jedoch bietet nicht jede dieser Seiten tatsächlich eine gelungene Übersetzung in die Leichte oder Einfache Sprache. Das Beitragsbild oben rechts zeigt das Qualitätssiegel der Forschungsstelle Leichte Sprache (FLS) der Universität Hildesheim. Dieses Siegel darf immer dann verwendet werden, wenn eine Übersetzung dem FLS-Regelwerk entspricht.

An wen richten sich die Leichte Sprache und die Einfache Sprache?

Leichte Sprache ist ein Angebot für Zielgruppen und Adressaten, denen die Teilhabe an unserer Gesellschaft ermöglicht werden soll. Die gesetzliche Grundlage hat das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) geschaffen. Dadurch haben bestimmte Zielgruppen nun einen gesetzlichen Anspruch auf die kostenlose Bereitstellung von Informationen in Leichter Sprache. Explizit erwähnt werden in § 11 BGG Menschen mit Lern- und geistigen sowie seelischen Behinderungen. Dazu zählen beispielsweise Menschen, die ihr Gehör verloren haben, noch bevor sie das Sprechen lernten (prälingual Hörgeschädigte). Solche Menschen sind voll geschäftsfähig. Dennoch fällt ihnen das Lesen ungleich schwerer als anderen Menschen, die ihren Wortschatz über das gesprochene Wort erweitern können. Die Einfache Sprache ist die weniger stark reglementierte Variante der Leichten Sprache. Weitere Adressaten sind hier beispielsweise Menschen mit Demenz und Menschen mit Deutsch als Zweit- oder Drittsprache.

Wer legt die Regeln fest?

Auf der einen Seite steht die Wissenschaft, vorneweg die Forschungsstelle Leichte Sprache (FLS) der Universität Hildesheim. Auf der anderen Seite gibt es viele Praktiker, die sich in verschiedenen Netzwerken organisiert haben. Deren Mitglieder sind häufig Menschen, die in Behinderteneinrichtungen arbeiten und dort Informationstexte verfassen, jedoch keine linguistische Ausbildung absolviert haben. Daher haben wir in Deutschland bislang noch eine Reihe von „Schulen“ der Leichten Sprache, die unterschiedliche Strategien verfolgen. Die Beispiele oben entstammen dem Regelwerk der FLS. Die verschiedenen Gruppen arbeiten derzeit gemeinsam an einer DIN-Norm für Verständliche Sprache.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite „Leichte Sprache und Einfache Sprache“.

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Kundenlob

für abgelehnten Übersetzungsauftrag

Übersetzer können in ihrem Fachgebiet überaus kompetent sein. Trotzdem können hoch spezialisierte Kollegen in einem bestimmten Fachgebiet noch besser aufgestellt sein. Kompetenz bedeutet eben auch, Fachgebiete einschätzen zu können und seine Grenzen zu kennen.

Das ist nicht zuletzt eine Folge zahlreicher Fortbildungen und der guten Vernetzung im Berufsverband. Eigentlich ganz normal bei seriösen Übersetzern. Schon häufig genug habe ich bei Anfragen für andere Fachgebiete oder Sprachen Kolleginnen empfohlen.

Daher war die heutige Reaktion einer Kundin schon eine Besonderheit. Sie bedankte sich mit den Worten:

„ … vielen herzlichen Dank für Ihre rasche Rückmeldung hierzu und vor allem für Ihre freundliche Geste, dies an Ihre Kollegin weiterzuleiten.

Wir schätzen Ihre ehrliche und transparente Kommunikation zu dem Thema, weil wie schon am Telefon erwähnt, gibt es leider viele Übersetzungsdienste, die in der Tat nur den Auftrag wollen und letztendlich eine nicht akkurate Übersetzung liefern.

Man trifft selten noch auf ehrliche und transparente Menschen, umso mehr weiß ich das zu schätzen, wenn dies dann doch der Fall sein sollte. Danke nochmals für alles.“

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eFlyer TEXT_SITE Übersetzungen

Diese PDF gibt einen Überblick über alle Leistungen von TEXT_SITE Übersetzungen und die Kontaktdaten.

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Behelfsmaske nähen

Eine sprachliche Betrachtung

„Community-Maske“, „Behelfsmaske“, „Nase-Mund-Schutz“, „NMS“ oder „Alltagsmaske“ – viele Bezeichungen für ein und dasselbe Ding. Doch wichtiger als der Name ist: Es wird Zeit, die Nähmaschine herauszuholen und dieses „Was-auch-immer“ zu nähen.

Endlich kommen die öffentlichen Aufrufe zum Nähen von Behelfsmasken. In den ersten Wochen habe ich nicht verstanden, warum die Politik diese Thema nicht anfassen wollte. Klar, wer zum Nähen von Behelfsmasken aufruft, muss auch dafür sorgen, dass die entsprechenden Sicherheitshinweise bekannt sind.

Diese Sicherheitshinweise existieren jedoch bereits in vielen verschiedenen Versionen – von leicht verständlich und bebildert bis hin zum Mediziner-Wissen. Diese Empfehlungen gibt es u. a. beim Robert-Koch-Institut oder beim Bundesamt für Risikobewertung.

Was ist eine Community-Maske?

Dies war die Bezeichnung, die bei der Bundespressekonferenz verwendet wurde, als die Bundesregierung der Bevölkerung erstmals das Tragen dieser Masken anriet. Zu Anfang der Pandemie waren sie noch als „Virenschleuder“ abgetan worden – möglicherweise, weil man verhindern wollte, dass die Bevölkerung Schutzmasken kaufte, während die auf dem Markt erhältlichen Masken schon nicht für das medizinische Personal reichten.

„Community Mask“ bezeichnet im Englischen aktuell eine Maske, die von einer Gemeinschaft für eine Gemeinschaft hergestellt wird. Während in der deutschen Kultur verankert ist, dass die Masken vom Staat, von Schulträgern oder Ladeninhabern auszugeben sind, ist die amerikanische Kultur stärker auf die gegenseitige Fürsorge. Ein schönes Beispiel ist die Tradition des gemeinsamen Patchworkens und Quiltens für den Hausstand einer Familie der dörflichen Gemeinschaft. Benefiz, Fund Raising, Sponsoring – alles Begriffe aus den USA.

Interessant war die Entstehungsgeschichte dieses Neologismus. Innerhalb nur einer Woche hat sich der Begriff „community made face mask“ mit nur wenigen Treffern in der Google-Suche in „community mask“ mit immens vielen Suchergebnissen verwandelt. Weltweit wird dieser Begriff verwendet. Die längere Variante wäre die korrekte Übersetzung des oben beschriebenen Phänomens. Gibt man „community mask“ in den Übersetzungsdienst DeepL ein, so erhält man das – semantisch korrekte – Ergebnis, dass es sich um eine „gemeinschaftlich getragene Maske“ handelt. Genau das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen.