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Was ist Leichte Sprache?

Oft gehört und doch falsch interpretiert …

Leichte Sprache und Einfache Sprache sind zwei Sprachvarietäten, die den Gegenpol zur „schweren“ deutschen Standardsprache bilden.

Anders als die Bezeichnung „Leichte Sprache“ vermuten lässt, ist Leichte Sprache eine stark reglementierte Varietät der deutschen Standardsprache. Viele Menschen kennen inzwischen die Begriffe „Einfache Sprache“ und „Leichte Sprache“, allerdings sind die Begriffe offensichtlich irreführend. Denn die meisten – interessierten, aber nicht geschulten – Ansprechpartner können diese Begriffe aus dem Stand erklären, wobei sie in der Regel jedoch falsch liegen. Bei Leichter Sprache geht es keinesfalls um die Vereinfachung von unnötig komplizierten Texten der deutschen Standardsprache.

Die maximale volumenbasierte Kapazität subterraner Agrarproduktivität steht empirisch ermittelt im reziproken Verhältnis zu der a.a.O. referenzierten kognitiven Performance-Kapazität ihrer Producer.

Einfach ausgedrückt: Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln.

Texte der deutschen Schriftsprache zeichnen sich häufig durch den Nominalstil, sehr komplexe und lange Schachtelsätze, unnötige Fremdwörter und lange Wortgruppen aus. Dadurch sind sie schlichtweg schwer zu durchdringen, doch zum Glück kommen derartige Texte allmählich aus der Mode.

Woran erkennt man Leichte Sprache?

  • Eine Aussage pro Satz,
  • pro Satz eine Zeile,
  • einfache Syntax,
  • keine Nebensätze,
  • Pronomen der dritten Person Singular und Plural werden vermieden,
  • keine Passivkonstruktionen,
  • keine Genitivkonstruktionen mit „des“ oder „der“,
  • Fremdwörter werden ersetzt,
  • lange Wörter werden durch den Bindestrich oder Medio·punkt gegliedert.

Dies ist nur eine kurze Auswahl von Merkmalen der Leichten Sprache.

Auf Internetseiten sieht man auch häufig ein blaues oder graues Symbol: Ein Kugelkopf mit einem aufgeschlagenen Buch und einer Hand mit hochgestrecktem Daumen. Dieses Symbol wurde von Inclusion Europe entwickelt. Jedoch bietet nicht jede dieser Seiten tatsächlich eine gelungene Übersetzung in die Leichte oder Einfache Sprache. Das Beitragsbild oben rechts zeigt das Qualitätssiegel der Forschungsstelle Leichte Sprache (FLS) der Universität Hildesheim. Dieses Siegel darf immer dann verwendet werden, wenn eine Übersetzung dem FLS-Regelwerk entspricht.

An wen richten sich die Leichte Sprache und die Einfache Sprache?

Leichte Sprache ist ein Angebot für Zielgruppen und Adressaten, denen die Teilhabe an unserer Gesellschaft ermöglicht werden soll. Die gesetzliche Grundlage hat das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) geschaffen. Dadurch haben bestimmte Zielgruppen nun einen gesetzlichen Anspruch auf die kostenlose Bereitstellung von Informationen in Leichter Sprache. Explizit erwähnt werden in § 11 BGG Menschen mit Lern- und geistigen sowie seelischen Behinderungen. Dazu zählen beispielsweise Menschen, die ihr Gehör verloren haben, noch bevor sie das Sprechen lernten (prälingual Hörgeschädigte). Solche Menschen sind voll geschäftsfähig. Dennoch fällt ihnen das Lesen ungleich schwerer als anderen Menschen, die ihren Wortschatz über das gesprochene Wort erweitern können. Die Einfache Sprache ist die weniger stark reglementierte Variante der Leichten Sprache. Weitere Adressaten sind hier beispielsweise Menschen mit Demenz und Menschen mit Deutsch als Zweit- oder Drittsprache.

Wer legt die Regeln fest?

Auf der einen Seite steht die Wissenschaft, vorneweg die Forschungsstelle Leichte Sprache (FLS) der Universität Hildesheim. Auf der anderen Seite gibt es viele Praktiker, die sich in verschiedenen Netzwerken organisiert haben. Deren Mitglieder sind häufig Menschen, die in Behinderteneinrichtungen arbeiten und dort Informationstexte verfassen, jedoch keine linguistische Ausbildung absolviert haben. Daher haben wir in Deutschland bislang noch eine Reihe von „Schulen“ der Leichten Sprache, die unterschiedliche Strategien verfolgen. Die Beispiele oben entstammen dem Regelwerk der FLS. Die verschiedenen Gruppen arbeiten derzeit gemeinsam an einer DIN-Norm für Verständliche Sprache.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite „Leichte Sprache und Einfache Sprache“.

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